Social Media Marketing für Konferenzen und Messen: 10 Grundsätze

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Wer heutzutage Konferenzen, Messen oder andere Events organisiert und vermarktet, kommt zweifelsohne um eine Social Media Strategie nicht umhin.

Natürlich hängt es in gewissem Maße von der Industrie ab, für die man Events organisiert, wie intensiv man sich als Veranstalter engagieren sollte, oder wieviele Resourcen man hineinstecken sollte. Klar ist jedoch, dass man soziale Netzwerke beim Messe- und Kongressmarketing nicht mehr ignorieren kann.

Unsere potenziellen Kunden sind in sozialen Netzen aktiv, und daher müssen wir als Veranstalter auch Präsenz zeigen. Wenn man es richtig macht, kann Social Media Marketing effektiver als klassische Werbung sein, denn es erlaubt den Dialog mit der Zielgruppe, der Erfolg kann gemessen werden und man erreicht Zielgruppen, die über klassische Werbung nur schwer zu erreichen wären.

Es gibt einige Grundsätze, die man beachten sollte, wenn man über eine Social Media Strategie nachdenkt. Ich habe im folgenden 10 Schwerpunkte für Social Media Event Marketing zusammengefasst, die ich für wichtig halte.

  1. Social Media ist keine klassische Werbung. Soziale Netzwerke sind kein zusätzlicher Kommunikationskanal für Marketing-Botschaften. Sie sind für die Kommunikation gemacht, für den Dialog, nicht für einseitige Monologe. Sich mit jemand über Social Media zu vernetzten ist ungefähr so, als würde man zu ihm/ihr nach Hause eingeladen. Daran sollte man sich orientieren.
  2. Hören Sie Ihren Kunden zunächst zu. Versuchen Sie herauszufinden, wie die Zielgruppe Social Media verwendet. Worüber sprechen sie? Was sind heisse Themen, welche Trends gibt es? Auf welchen Plattformen finden diese Diskussionen statt? Was kann man daraus für die Konferenz-Programmplanung lernen?  Wer sind einflußreiche Personen, und wie kann man sie dazu bekommen, dass ihnen Ihr Event “gefällt”?  Vielleicht können Sie sie auch als Moderator gewinnen?  Selbst wenn Sie noch nicht eine große Social Media Kampagne starten wollen, ist das Monitoring der sozialen Netzwerke ein guter und wichtiger Anfangspunkt. 
  3. Erst nachdenken, dann handeln. Es wird natürlich auch Kritik über Ihre Veranstaltung geäussert – aber reagieren Sie nicht über. Handeln Sie professionell und versuchen Sie so objektiv wie möglich zu sein. Bloß nicht von oben herab, das kann nach hinten losgehen. Geduld ist angesagt: Nehmen Sie Kritik ernst.
  4. Konzentrieren Sie sich auf den Nutzen der User. Geben Sie Ihrer Zielgruppe einen guten Grund, den “Gefällt mir” Button auf Facebook zu drücken, Ihnen auf Twitter zu folgen oder Ihrer LinkedIn oder XING Gruppe beizutreten. Was haben sie davon? Können sie sich mit Kollegen vernetzen, die die gleiche Veranstaltung besuchen? Können sie sich mit den Sprechern austauschen und Themen diskutieren?  Bekommen sie vielleicht finanzielle Anreize wie vergünstigten Eintritt? Kommunizieren Sie diesen Mehrwert und orientieren Sie sich immer daran.
  5. Schnelligkeit und Relevanz. Verfolgen Sie über Social Media Monitoring, was über Ihr Unternehmen und Ihre Veranstaltung auf den sozialen Netzen gesagt wird, und reagieren Sie schnell. Posten Sie immer relevante Inhalte und beachten Sie, was im Moment gerade wichtig ist. Ein gutes Beispiel war die gamescom in Köln, die im August stattgefunden hat. Soziale Netze wurden dort in quasi einer “Notfall”-Situation eingesetzt. Die Hallen waren überfüllt, und die Tore mussten kurzzeitig geschlossen werden. Der Dialog mit den Gamern, die in die Halle wollten, fand großenteils über Facebook und Twitter statt. Ich habe einen Blogpost über diese Fallstudie geschrieben.
  6. Lernen Sie von den positiven (und negativen!) Beispielen anderer. Soziale Netzwerke sind transparent, daher können Sie verfolgen, was Ihre Wettbewerber tun, was funktioniert und was nicht so gut klappt. So können Sie z.B. in die LinkedIn Gruppen Ihrer Wettbewerbs-Messen und Konferenzen eintreten, ihre Facebook Seiten und Twitter Accounts verfolgen. Es gibt viel, was Sie davon lernen können, und das wird Ihnen helfen, sich zu differenzieren.
  7. Bieten Sie Ihren Zielgruppen eine Plattform. Ermutigen Sie Ihre Kunden, Ihre Plattformen zum Networken zu nutzen, eigene Ansichten mitzuteilen, Vorschläge für das Event-Programm zu machen. Dazu ist es hilfreich, einen Event #hashtag zu kommunizieren, Diskussionen auf Facebook zu starten oder Umfragen auf Ihrem Blog zu integrieren.
  8. Vermeiden Sie Spam. Entwickeln Sie eine gute Content Strategie und einen Redaktionsplan, damit Sie sich nicht wiederholen. Konferenzen oder Messen sind hervorragende Quellen für guten und interessanten Content:  Sprecher, ihre Themen, neue Produkte, Aussteller, Produktsegmente, Rahmenprogramme, Social Events… Jede Menge guter Content!
  9. Bleiben Sie authentisch. Der/die Projektleiter(in) ist die beste Person, um über die Veranstaltung zu tweeten, posten oder auf andere Weise via Social Media zu berichten. Natürlich können Sie vierschiedene Aufgaben outsourcen, z.B. die Gestaltung von Facebook Seiten, das Einrichten eines Blogs, Video Beiträge, vor allem das Erarbeiten eines Social Media Konzepts, aber die glaubwürdigsten Inhalten kommen von den Leuten, die dem Projekt am nächsten stehen. Social Media Guidelines helfen dabei, den Mitarbeitern das nötige Handwerkszeug und Richtlinien zur Verfügung zu stellen. Social Media Training ist ein lohnendes Investment.
  10. Crossmedia funktioniert am besten. Weisen Sie in Ihrer klassischen Kampagne auf die Social Media Präsenzen hin (Broschüren, Website, email Marketing, Aussenwerbung etc.). Integrierte, crossmediale Kampagnen steigern die Verkäufe deutlich. Gerade, wenn es Ihr Ziel ist, über die sozialen Netzwerke den Dialog mit Ihren Kunden zu intensivieren und die Reichweite zu erweitern. Ihre Social Media Kanäle sollten keine Silos sein, sondern integriert in Ihre Kommunikations-Strategie.

Diese Grundsätze sind eine solide Basis für eine Social Media Event Strategie. Eine Social Media Strategie sollte die 4 Fragen des POST Ansatzes beantworten: (nach Charlene Li und Josh Bernoff):

  • People / Zielgruppe: Wen möchten Sie erreichen? Wie nutzt diese Zielgruppe soziale Netze?
  • Objectives / Ziele : Was wollen Sie mit Ihren Social Media Aktivitäten erreichen?
  • Strategie: Legen Sie erst dann ihre Content Strategie, Redaktionsplan und Taktien fest.
  • Technologie: Welche Netzwerke und Werkzeuge sind geeignet, diese Ziele zu erreichen?

Bei diesem Ansatz wird die Technologie als letztes betrachtet. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, empfehle ich die Arbeit von Bernoff/Li.

Das Buch Follow Me! gibt einen guten Überblick über Social Media Marketing. Die 10 genannten Prinzipien sind von diesem Buch inspiriert, und sie entsprechen weitestgehend meiner Erfahrung als Event-Organisator mit Social Media Marketing.

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