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Hat die klassische PR-Arbeit für Messen und Events ausgedient?

Lohnt sich der Aufwand für Pressearbeit im klassischen Sinne überhaupt noch?

6069859969_e9ac79240b(pic: Flickr, von Rosa Say)

Von 2004 bis 2012 habe ich in der Medienindustrie gearbeitet, und auf jeder Medienkonferenz war das herausragende Thema der Niedergang der Print-Medien. Der natürlich Kostensenkungen nach sich zieht, die vorrangig in der Redaktion vorgenommen werden, woraufhin die Auflagen noch weiter zurückgehen.

Ein Teufelskreis…

Was verstehe ich genau unter klassischer PR-Arbeit? Man kann natürlich darüber streiten, was “klassisch” in diesem Kontext genau bedeutet, aber ich möchte es mal so formulieren: Alle PR-Aktivitäten von Messe- und Eventveranstaltern, die darauf abzielen, Botschaften in traditionellen Medien zu platzieren, z.B. Tagespresse, Fachpresse, Radio, TV und natürlich die Online-Präsenzen dieser Medien.

Man hofft darauf, dass diese Botschaften von den Medien aufgegriffen werden und über diesen Weg die eigentliche Zielgruppe erreichen. Die Journalisten sind in diesem Spielchen die Gatekeeper, also die Kuratoren für die Information, sie bestimmen, was den Lesern wohl gefallen könnte.

Wir haben das mal Qualitätsjournalismus genannt in der guten alten Zeit.

Typische Aktivitäten der klassichen PR-Arbeit sind

  • Pressemeldungen, die an einen Presseverteiler geschickt werden
  • Interview-Anbahnungen und Kontaktpflege zu Journalisten
  • Bereitstellung von elektronischen Pressemappen, von Rohmaterial zum Download
  • Organisation von Pressekonferenzen

Online PR bedeutet nach meiner Definition ein Umgehen der traditionellen Kanäle, indem man seine Botschaften über die Messe oder den Event direkt an die Zielgruppe verbreitet, über soziale Kanäle wie Youtube, FB, Twitter, den eigenen Blog, über Blogger-Relations, Foren und “Earned Media“.

Eine einfache Antwort auf die im Betreff genannte Frage lautet: Natürlich muss man heutzutage beides tun! 

Ich nehme jedoch an, dass nicht alle Leser über unbegrenzte personelle und finanzielle Ressourcen in ihrer PR-Abteilung verfügen. Daher muss man sich die Frage stellen, was die richtige Balance zwischen traditioneller und Online PR sein könnte.

Für klassische PR spricht

  • Traditionelle Medien verfügen immer noch über eine sehr hohe Glaubwürdigkeit. Natürlich hängt das von der betrachteten Industrie ab. In der Modebranche ist der Einfluss von Bloggern zum Beispiel sehr hoch, und es wäre keine gute Idee, sie bei einem Mode-Event oder einer Modemesse zu übergehen. In anderen Branchen jedoch ist die Fachpresse noch sehr einflussreich, und es wäre schwierig, eine Messe oder Konferenz ohne die Unterstützung der Fachpresse zu etablieren.
  • Ein Artikel in einer überregionalen Tageszeitung beeindruckt die Menschen immer noch sehr. Es ist lustig, dass dies auch für Onliner gilt, deren Augen feucht werden, wenn über sie in Print geschrieben wird.
  • TV ist natürlcih hervorragend geeignet für attraktive Produkte wie TV-Geräte, Mobiltelefone, Autos.
  • Aussteller erwarten einen professionellen Media- und PR-Plan bevor sie sich für eine Messeteilnahme entscheiden.

Argumente für Online PR sind hingegen

  • Man hat eine bessere Kontrolle über die Botschaften und das Umfeld, in denen sie erscheinen (z.B. das Design des Blogs, in welchen Gruppen oder Foren man postet)
  • Die Wirkung kann gemessen werden durch eine Vielzahl von KPIs – das funktioniert nicht ohne weiteres bei traditionellen Massenmedien.
  • Man bekommt direktes Feedback von der Kernzielgruppe.
  • Die Entwicklung geht ohnehin in diese Richtung, je eher man sich daran gewöhnt, desto besser ist es.

Paul Steiger, der Gründer von Pro Publica und frühere Chefredakteur des Wall Street Journal sagte kürzlich in eine Interview im SPIEGEL: “Das Internet hat das alte Geschäftsmodell zerstört, auch wenn es noch am Leben ist“.

Was ist Eure Meinung hierzu? Sollten sich Event-, Konferenz- und Messeveranstalter mehr auf Online PR und Social Media fokussieren an Stelle der guten alten Journalistenpflege? Freu mich auf Eure Kommentare und Diskussionen!

Is classic event PR work dead?

…or has it become a waste of time and resources?

6069859969_e9ac79240b(pic: Flickr, by Rosa Say)

Having worked in the media industry from 2004 until 2012, I have experienced that the prevalent topic at any of those media conferences is: the decline of print media, along with the need for publishers to cut costs, which they do in editorial staff, which again leads to less circulation.

A vicious cycle…

But, first of all, what do I mean by “classic event PR work“? Well, sure you can argue what “classic” might mean in that context, but let me put it like this: All PR activities by event organizers aimed at placing your messages in traditional media outlets. Daily press, trade press, radio, television and of course the online portals of those media players.

Hoping for your messages to be featured and then (positively) received by your target groups, with the jounalists in their traditional roles as gate keepers for information and curators of what the readers may be interested in.

Quality jounalism of the old days, as we (used to) know it.

Typical activities would be

  • press releases sent out to a press distribution list
  • interview placement and jounalist relations
  • provision of electronic press kits (EPK, usually raw material) for downloading
  • press conferences

Online PR in my book would primarily be bypassing the traditional channels, spreading and seeding your word about your event and its content on social channels like Youtube, FB, Twitter, your own blog, via blogger relations, fora and “earned” media.

Now, the simple answer to this blog’s question is: You have to do both!

However, since I assume most of my readers will not avail themselves of unlimited resources in their PR departments, what is the ideal balance between traditional and what I call online PR?

Some aspects that speak for classic PR

  • credibility is still very high with traditional media. This may differ, though, depending on your industry. The influence of fashion bloggers has been skyrocketing, and it wouldn’t be very clever to neglect them. In other industries, though, trade press is still in the lead. You’ll have a tough time establishing your conference or trade show without media support.
  • an article in one of the national newspapers still amazes people. Funny that even onliners get a sparkle in their eyes when they see themselves in print, right?
  • TV is great for cool products, like shiny new tv sets, mobile phones, cars of course
  • Exhibitors expect a comprehensive and professional media and PR plan when you market your trade show.

Aspects in favour of online PR are

  • You keep better control of your messages and the environment in which they appear (e.g. your blog design, which groups and fora you choose to seed your content)
  • You can measure the impact directly by all kinds of KPIs – usually, you don’t have that with traditional (mass) media
  • You get direct feedback from your core audience
  • the pendulum will move towards this kind of conversation anyway, so the earlier you start comforting yourself with this environment, the better it is

Paul Steiger, founder of Pro Publica and previous editor-in-chief of the Wall Street Journal said in a recent article in the German news mag DER SPIEGEL: “The internet has destroyed the old business model, even though it is still alive“.

What is your opinion on this? Should event, conference and trade show marketers focus more on online PR and social media rather than “good old” journalist relations? Look forward to your comments and discussions!

NFC (Near Field Communication) wird Handel, Messen und Events beflügeln

Auf der diesjährigen CeBIT war NFC Near Field Communication eines der großen Themen. Knapp gesagt geht es darum, dass Handys, Ausweise, Kreditkarten etc. mit einem Funkchip ausgestattet werden, der Datenaustausch im Nahfeld (near field) ermöglicht.

Dazu gehören neben Zahlvorgängen auch Schlüsselfunktionen, Fahrkartenkauf und einiges mehr. Das Video der FAZ (klickt auf das Bild weiter unten) erläutert recht anschaulich, welche Auswirkungen NFC auf den Handel oder Dienstleistungen wie Bahnfahren haben wird.

Ich bin überzeugt, dass die Technologie früher oder später auch im Messe- und Eventgeschäft Einzug halten wird. Denn was heute noch relativ umständlich über Webadressen, Daten abtippen oder den Umweg über das Scannen von QR Codes geschieht, kann künftig einfach, schnell und ohne große IT- oder App-Kenntnisse über NFC erfolgen.

Einige denkbare Anwendungen dabei sind:

  • Ticketverkauf
  • Einlasskontrolle
  • Zugang zu bzw. Sammeln von Infos über Austeller auf Messen
  • Austausch von Kontaktdaten der Teilnehmer untereinander oder von Teilnehmern und Ausstellern. Der Anbieter Poken arbeitet schon mit genau dieser Technologie.
  • Interaktionen auf Messen
  • Feedback / Surveys
  • Networking: Auf großen Messen trifft man oft viele Leute, aber nicht unbedingt diejenigen, die man eigentlich sehen wollte. NFC kann z.B. Signale aussenden, sobald jemand, den man kennt oder kennenlernen möchte, sich in der Nähe befindet.

Gewiss finden sich noch viel mehr interessante Einsatzgebiete, sobald die Technologie weiter verbreitet ist. Google setzt sehr stark auf dieses Thema und wird entsprechend Dampf machen. In den meisten neuen Smartphones mit Android Betriebssystem wird die Technologie bereits eingebaut.

Pinterest: Die neue Sau im Eventmarketing Dorf?

Habt Ihr auch schon den Pin It Button für Euren Browser installiert? Falls ja, seid Ihr nicht die Einzigen! Falls nein, schicke ich Euch auf Wunsch gern eine Einladung.

Man könnte meinen, es bei Pinterest mit dem nächsten großen Ding zu tun zu haben, denn viele scheinen derzeit auf diesen Zug aufspringen zu wollen – mich eingeschlossen, muss ich zugeben! In den USA ist Pinterest bereits auf Rang 19 der meistbesuchten Webseiten (Quelle: alexa.com), dabei braucht man immer noch eine Einladung, um es überhaupt nutzen zu können.

Worum geht es genau?

Pinterest ist eigentlich wirklich nichts Neues. Mit dem Dienst können Nutzer all die schönen Dinge organisieren und teilen, die ihnen im Internet begegnen. Der Dienst wird verwendent, um Hochzeiten zu planen (Geschenke), das Zuhause einzurichten oder Rezepte zu sammeln. Man ordnet Bilder auf einem Pinboard an, und kann auch die Pinboards anderer Nutzer anschauen – dadurch kann man sich inspirieren lassen und neue Dinge entdecken.

Am Ende des Tages ist Pinterest also nichts anderes als ein Social Bookmarking Service… aber sehr schön gestaltet.

Dadurch entspricht der Dienst sehr genau den Anforderungen der “Generation Tablet”. Der kommerzielle Aspekt (Produkte) steht im Vordergrund, weshalb Pinterest eine wichtige Plattform für Online Shopper und dadurch für jeden ist, der seine Produkte im Internet verkaufen möchte.

Müssen wir uns als Event-Marketer mit dem Thema beschäftigen? Nun, sobald ein soziales Netzwerk Fahrt aufnimmt und eine gewisse Nutzerschaft übersteigt, sollten wir zumindest wissen, worum es geht, welche Einsatzmöglichkeiten sich bieten und verfolgen, wie sich die Plattform entwickelt.

Ich glaube, dass Pinterest besonders spannend für Messen ist, speziell für Consumer Messen (z.B. Unterhaltungselektronik, Möbel, Einrichtung, Mode). Wenn man derzeit auf Pinterest nach solchen Messen sucht, findet man noch nicht viel, aber das wird sich gewiss bald ändern.

Eine interessante Umsetzung in Zusammenhang mit einer Konferenz bietet die SXSW (Danke, Ruud, für den Link!). Dort hat man das Potenzial offenbar gut verstanden.

Hier in Deutschland dreht sich die Diskussion (wieder einmal) vorrangig um die möglichen rechtlichen Risiken eines solchen Dienstes. Es steckt wohl in unseren Genen… Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, sollte man sich schon vor Augen halten, dass es urheberrechtliche Bedenken geben kann. Allerdings würde ein Messeveranstalter ja solch einen Dienst als Service für die Aussteller anbieten, daher denke ich, dass es im Interesse der Aussteller sein sollte, einer Veröffentlichung von Bildern und Links zuzustimmen.

Habt Ihr schon Umsetzungsbeispiele aus unserer Branche gesehen? Freue mich auf Eure Hinweise!

Hier findet Ihr eine Kurzanleitung für Pinterest (Danke an Tristan von bloggingbookshelf.com!)

Does Facebook work for B2B events? Best practices and case studies

When you see the bare figures of Facebook usage, it is pretty tempting for an event organizer to jump on that bandwagon and try to get your share of those 800.000.000+ ladies and gentlemen hanging out on the largest social network almost every day.

In fact, a lot of event marketers are experimenting with Facebook. Sure, in the B2C arena, that is an obvious choice, but does it work for B2B as well?

What should be considered when you think about marketing your B2B event on Facebook? As with all other online marketing channels and social platforms, it does make sense to start your journey with a thorough keyword analysis.

  1. Write down the 10-15 most important keywords and tags that best describe your event.
  2. Run them through the Google keywords tool to see if they are really the ones that your customers search for. Adjust the list if necessary.
  3. Search Facebook for Groups, Pages or Events that correspond to your tags. Listen to what is shared and discussed there by becoming a member of those groups and liking the pages.

After a little while, you will get a feel for to what extent your target groups are active on Facebook or not. Only then you should decide if and on what scale you want to include Facebook in your event marketing.

Now, let’s assume your analysis is positive for Facebook: What are the options?

Facebook Page

This should be your homebase on Facebook. Groups do not give you the same scope of possibilities, e.g. you can’t use Facebook apps with Groups. You will have to decide if you create a Page just for your event, or a page for your company/association, or maybe for a cluster of events that address the same target groups.

I’d recommend a page for an event only when it is at least an annual conference or trade show with a certain size. Otherwise it’ll be difficult to constantly animate the page and keep it interesting for your users.

If you are an association, you may want to prefer to have one page for your organisation rather than individual pages for your events.

Some tips for pages

  • Create an easy-to-remember and communicate Vanity URL for your page, e.g. Facebook.com/newspaperworld. Once you created your page, you can determine the vanity URL at facebook.com/username
  • The maximum size for your profile logo is 180 pixels wide by 540 pixels high. Quite a lot of space that you can use to promote your event.
  • Create a Welcome or Landing Page, ideally a different one for fans and non-fans. See the example of Facebook.com/newspaperworld for what I mean. A welcome page can be rather easily created with apps that are available from appbistro.com. Find a good explanation on how to create a landing page here.
  • There are a zillion apps for Facebook pages out there that allow you to animate your Facebook presence and entertain your audience. Things like polls, surveys, contests, promotions, Youtube channel integration. Also, you can get a developer to create custom apps for you, but take a look at Appbistro first, you might find there already what you are looking for and a lot more…
  • It is a good idea to think about an editorial plan for your Facebook page. This plan should not only consist of content updates, but also include ideas on what activities, apps, event picture uploads or animations you want to roll out.
  • Add the “Like”-Button to your website to promote your page on your other online presences.
  • Make sure your keywords/tags appear on your info tab and as often as possible in your wall posts.

Facebook Event

Once you’ve created your Facebook page, you can create an event, with your page as the event owner. And obviously, you can start inviting people to that event, so that they’ll see your event and all updates on their timeline.

There are even apps that allows you to sell tickets for your event directly: Eventbrite and ThunderTix.

Facebook advertising

Facebook advertising allows for very targeted communications, because you can select your audiences very thoroughly according to interests. Facebook offers basically two sorts of advertisement, the Facebook ad and the sponsored messages. Find out more about the options.

Best practice examples

These are quite some events and organizers that implement Facebook in their marketing – It’s really worth taking a look at those and see them as a good source of inspiration on what can be done, what works and which content might be appropriate for Facebook.

Click on the images to get to their Facebook presence.


Die Facebook-Strategie der blickfang Design-Messen: Eine Fallstudie

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, Dieter Hofmann und Jennifer Reaves vom Team der blickfang Designmessen kennenzulernen.

Diese Messen werden von einem jungen, kreativen Team in Wien, Stuttgart, Kopenhagen, Basel und Zürich organisiert.

Auf den Veranstaltungen bieten jeweils bis zu 200 Jungdesigner ihre Kreationen in den Bereichen Möbel, Mode und Schmuck an. Ich finde das Konzept sehr kreativ und spannend.

Wir hatten uns in Mannheim beim Treffen Privater Messeveranstalter kennengelernt, und dort ging es auch um das Trend-Thema Social Media.

Bei der Zielgruppe der blickfang Messen verwundert es nicht, dass Facebook eine wichtige Rolle in der Kommunikations-Strategie spielt.

Das Team setzt auf Social Media, und das machen sie sehr gut, wie ich finde. Die Facebook Seite der blickfang Messen hat über 4.000 Fans.

Geschäftsführer Dieter Hofmann über das Messekonzept und die Social Media Strategie des Unternehmens:

Q: Die Blickfang Designmessen finden ja an verschiedenen Orten in Europa
statt. Was ist das Konzept der Messen und wen sprechen Sie als Besucher an?

Dieter Hofmann: blickfang ist die größte Designveranstaltung in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Die Verkaufsmesse präsentiert internationale, aufstrebende
Designer in den Bereichen Möbel, Mode und Schmuck an Endverbraucher sowie
Fachbesucher.

Der direkte Austausch zwischen Endverbraucher, Designern und
Fachhändlern sowie das umfangreiche Rahmenprogramm bestehend aus Vorträgen,
Designpreisverleihungen, Sonderschauen und Fashion Performance macht die
blickfang einzigartig.

Q: Sie betreiben sehr erfolgreich eine Facebook Page für die Blickfang Messen. Welche Rolle spielen Social Media derzeit in ihrem Marketingkonzept und was tun Sie, um Ihre Facebook Page zu beleben?

A: Wir sind mit der blickfang seit ziemlich genau zwei Jahren in Facebook und haben seit einem Jahr auch unserern eigenen blickfang blog.

Für uns ist Facebook ein Instrument um die Interessierten (momentan ca. 4.100 Fans auf unserer Facebook Seite) immer aktuell über die blickfang zu informieren und z.B. Designer vorzustellen.

Hierbei schätze ich vor allem die schnelle Verbreitungsmöglichkeit und das direkte Feedback unserer Leser. Wir haben mittlerweile eine Mitarbeiterin die ca. 20% ihrer Arbeitszeit auf dieses Thema verwendet. Der direkte Nutzen (im Gegensatz zu den Kosten) ist momentan für mich noch schwer messbar.

Q: Wie schätzen Sie die künftige Bedeutung von Social Media Marketing für
Ihre Messen ein? Planen Sie, weitere Aktionen zu starten?

A: Die Bedeutsamkeit von Social Media Marketing wird sicher (alleine schon weil
die jüngeren Nutzer für uns nachwachsen) in Zukunft deutlich zulegen.
Konkrete Erweiterungen über das schon Bestehende sind momentan nicht geplant.

Julia Schmauder, im blickfang-Team verantwortlich für die Social Media Aktivitäten, fügt  hinzu:

“Prinzipiell planen wir zu jeder unserer Messen ein eigenes kleines Werbekonzept in unseren Social Media-Aktivitäten, welches wir versuchen individuell an den Standort anzupassen. Dies sind übergeordnete Themen wie beispielsweise unsere City Tipps, die in jedem Standort Relevanz haben, aber eben spezifisch auf die jeweilige Stadt zugeschnitten werden können.

Durch das aktive Anschreiben unserer Aussteller und Partner, für die wir eigens angelegte Fragebögen haben, generieren wir für unsere Fans weitere interessante Inhalte im Bezug auf die Designszene. Auch in unsere Medienpartnerschaften nehmen wir seit 2011 verstärkt den Austausch von Beiträgen und Inhalten im Onlinebereich, bzw. für Social Media mit in die Kooperationen auf, um auch für unseren Blog etwas längere Beiträge gestalten zu können, die wiederum als Backgroundinfo für facebook dienen.

Unser Bestreben ist es, mit jedem Post ein Mehrwert für die Fans zu generieren und Sie als Freunde aktiv anzusprechen.”

Social Media Marketing für Konferenzen und Messen: 10 Grundsätze

(click here for English version)

Wer heutzutage Konferenzen, Messen oder andere Events organisiert und vermarktet, kommt zweifelsohne um eine Social Media Strategie nicht umhin.

Natürlich hängt es in gewissem Maße von der Industrie ab, für die man Events organisiert, wie intensiv man sich als Veranstalter engagieren sollte, oder wieviele Resourcen man hineinstecken sollte. Klar ist jedoch, dass man soziale Netzwerke beim Messe- und Kongressmarketing nicht mehr ignorieren kann.

Unsere potenziellen Kunden sind in sozialen Netzen aktiv, und daher müssen wir als Veranstalter auch Präsenz zeigen. Wenn man es richtig macht, kann Social Media Marketing effektiver als klassische Werbung sein, denn es erlaubt den Dialog mit der Zielgruppe, der Erfolg kann gemessen werden und man erreicht Zielgruppen, die über klassische Werbung nur schwer zu erreichen wären.

Es gibt einige Grundsätze, die man beachten sollte, wenn man über eine Social Media Strategie nachdenkt. Ich habe im folgenden 10 Schwerpunkte für Social Media Event Marketing zusammengefasst, die ich für wichtig halte.

  1. Social Media ist keine klassische Werbung. Soziale Netzwerke sind kein zusätzlicher Kommunikationskanal für Marketing-Botschaften. Sie sind für die Kommunikation gemacht, für den Dialog, nicht für einseitige Monologe. Sich mit jemand über Social Media zu vernetzten ist ungefähr so, als würde man zu ihm/ihr nach Hause eingeladen. Daran sollte man sich orientieren.
  2. Hören Sie Ihren Kunden zunächst zu. Versuchen Sie herauszufinden, wie die Zielgruppe Social Media verwendet. Worüber sprechen sie? Was sind heisse Themen, welche Trends gibt es? Auf welchen Plattformen finden diese Diskussionen statt? Was kann man daraus für die Konferenz-Programmplanung lernen?  Wer sind einflußreiche Personen, und wie kann man sie dazu bekommen, dass ihnen Ihr Event “gefällt”?  Vielleicht können Sie sie auch als Moderator gewinnen?  Selbst wenn Sie noch nicht eine große Social Media Kampagne starten wollen, ist das Monitoring der sozialen Netzwerke ein guter und wichtiger Anfangspunkt. 
  3. Erst nachdenken, dann handeln. Es wird natürlich auch Kritik über Ihre Veranstaltung geäussert – aber reagieren Sie nicht über. Handeln Sie professionell und versuchen Sie so objektiv wie möglich zu sein. Bloß nicht von oben herab, das kann nach hinten losgehen. Geduld ist angesagt: Nehmen Sie Kritik ernst.
  4. Konzentrieren Sie sich auf den Nutzen der User. Geben Sie Ihrer Zielgruppe einen guten Grund, den “Gefällt mir” Button auf Facebook zu drücken, Ihnen auf Twitter zu folgen oder Ihrer LinkedIn oder XING Gruppe beizutreten. Was haben sie davon? Können sie sich mit Kollegen vernetzen, die die gleiche Veranstaltung besuchen? Können sie sich mit den Sprechern austauschen und Themen diskutieren?  Bekommen sie vielleicht finanzielle Anreize wie vergünstigten Eintritt? Kommunizieren Sie diesen Mehrwert und orientieren Sie sich immer daran.
  5. Schnelligkeit und Relevanz. Verfolgen Sie über Social Media Monitoring, was über Ihr Unternehmen und Ihre Veranstaltung auf den sozialen Netzen gesagt wird, und reagieren Sie schnell. Posten Sie immer relevante Inhalte und beachten Sie, was im Moment gerade wichtig ist. Ein gutes Beispiel war die gamescom in Köln, die im August stattgefunden hat. Soziale Netze wurden dort in quasi einer “Notfall”-Situation eingesetzt. Die Hallen waren überfüllt, und die Tore mussten kurzzeitig geschlossen werden. Der Dialog mit den Gamern, die in die Halle wollten, fand großenteils über Facebook und Twitter statt. Ich habe einen Blogpost über diese Fallstudie geschrieben.
  6. Lernen Sie von den positiven (und negativen!) Beispielen anderer. Soziale Netzwerke sind transparent, daher können Sie verfolgen, was Ihre Wettbewerber tun, was funktioniert und was nicht so gut klappt. So können Sie z.B. in die LinkedIn Gruppen Ihrer Wettbewerbs-Messen und Konferenzen eintreten, ihre Facebook Seiten und Twitter Accounts verfolgen. Es gibt viel, was Sie davon lernen können, und das wird Ihnen helfen, sich zu differenzieren.
  7. Bieten Sie Ihren Zielgruppen eine Plattform. Ermutigen Sie Ihre Kunden, Ihre Plattformen zum Networken zu nutzen, eigene Ansichten mitzuteilen, Vorschläge für das Event-Programm zu machen. Dazu ist es hilfreich, einen Event #hashtag zu kommunizieren, Diskussionen auf Facebook zu starten oder Umfragen auf Ihrem Blog zu integrieren.
  8. Vermeiden Sie Spam. Entwickeln Sie eine gute Content Strategie und einen Redaktionsplan, damit Sie sich nicht wiederholen. Konferenzen oder Messen sind hervorragende Quellen für guten und interessanten Content:  Sprecher, ihre Themen, neue Produkte, Aussteller, Produktsegmente, Rahmenprogramme, Social Events… Jede Menge guter Content!
  9. Bleiben Sie authentisch. Der/die Projektleiter(in) ist die beste Person, um über die Veranstaltung zu tweeten, posten oder auf andere Weise via Social Media zu berichten. Natürlich können Sie vierschiedene Aufgaben outsourcen, z.B. die Gestaltung von Facebook Seiten, das Einrichten eines Blogs, Video Beiträge, vor allem das Erarbeiten eines Social Media Konzepts, aber die glaubwürdigsten Inhalten kommen von den Leuten, die dem Projekt am nächsten stehen. Social Media Guidelines helfen dabei, den Mitarbeitern das nötige Handwerkszeug und Richtlinien zur Verfügung zu stellen. Social Media Training ist ein lohnendes Investment.
  10. Crossmedia funktioniert am besten. Weisen Sie in Ihrer klassischen Kampagne auf die Social Media Präsenzen hin (Broschüren, Website, email Marketing, Aussenwerbung etc.). Integrierte, crossmediale Kampagnen steigern die Verkäufe deutlich. Gerade, wenn es Ihr Ziel ist, über die sozialen Netzwerke den Dialog mit Ihren Kunden zu intensivieren und die Reichweite zu erweitern. Ihre Social Media Kanäle sollten keine Silos sein, sondern integriert in Ihre Kommunikations-Strategie.

Diese Grundsätze sind eine solide Basis für eine Social Media Event Strategie. Eine Social Media Strategie sollte die 4 Fragen des POST Ansatzes beantworten: (nach Charlene Li und Josh Bernoff):

  • People / Zielgruppe: Wen möchten Sie erreichen? Wie nutzt diese Zielgruppe soziale Netze?
  • Objectives / Ziele : Was wollen Sie mit Ihren Social Media Aktivitäten erreichen?
  • Strategie: Legen Sie erst dann ihre Content Strategie, Redaktionsplan und Taktien fest.
  • Technologie: Welche Netzwerke und Werkzeuge sind geeignet, diese Ziele zu erreichen?

Bei diesem Ansatz wird die Technologie als letztes betrachtet. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, empfehle ich die Arbeit von Bernoff/Li.

Das Buch Follow Me! gibt einen guten Überblick über Social Media Marketing. Die 10 genannten Prinzipien sind von diesem Buch inspiriert, und sie entsprechen weitestgehend meiner Erfahrung als Event-Organisator mit Social Media Marketing.